Rettungsdienst: Digitalfunk soll Arbeit erleichtern
Neue Technologie soll allen Einsatzkräften von Blaulicht-Organisationen im Oberallgäu zur Verfügung stehen - Insgesamt 29 Antennen sind in der Region geplant.
Die Polizei- und Rettungskräfte in der Region werden bald auf ein modernes, digitales Funknetz zurückgreifen können. Die Suche nach geeigneten Standorten ist abgeschlossen. Das gaben gestern Anton Klotz, Kreisverbandsvorsitzender der Oberallgäuer Bürgermeister und Landrat Gebhard Kaiser am Rande einer Kreisverbandsversammlung in Sonthofen bekannt.
Insgesamt 27 Stationen im Oberallgäu und zwei Stationen in Kempten sollen sicherstellen, dass das Netz lückenlos und stabil funktioniert. Das sind weniger Antennen als bisher nötig waren. Für das neue Netz sollen überwiegend vorhandene Funkstandorte umgebaut werden.
Gespräche mit Kommunen und Grundstückseignern
Als erster Schritt sollen jetzt Gespräche mit Kommunen und Grundstückseignern geführt werden. «Der Digitalfunk ist unerlässlich», sagte Anton Glotz. Die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz bräuchten eine moderne, sichere und zukunftstaugliche Funktechnik und ein flächendeckendes, lückenloses Netz. Das sei vor allem im Oberallgäu eine besondere Herausforderung, sagte Landrat Gebhard Kaiser. «Wir haben hier Gebiete, wo schon das normale Funknetz nicht funktioniert. » Trotz dieser Schwierigkeiten gäbe es aber keine Alternative. «Der Digitalfunk ist überfällig für die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung», sagte Kaiser.
Bergwacht, Feuerwehr und Polizei begrüßen die Technik
Auch die Vertreter der sogenannten «Blaulicht-Organisationen» begrüßten die Einführung der neuen Technik. «Wir brauchen eine möglichst hochwertige Funkversorgung», sagte Polizeidirektor Michael Staudacher. «Ziel ist es, dass die Rettungskette schnell in Gang gesetzt werden kann.»
Auch der Allgäuer Bergwachtchef Heini Malue unterstrich die Bedeutung des Digitalfunks: «Wir sehen uns einer steigenden Anzahl von Bergtouristen und -sportlern gegenüber», sagte Malue. «Stabile Funkverbindungen sind für uns lebensnotwendig. » Wie Malue betonte auch Feuerwehr-Kreisbrandrat Michael Seger die Notwendigkeit der neuen Technologie, um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte rechtzeitig zu informieren. «Unser Personal ist im gesamten Landkreis verteilt und muss erreichbar sein.»
Insgesamt wird der Aufbau des Netzes im Oberallgäu zwischen 20 und 25 Millionen Euro kosten, die vom Land Bayern getragen werden. Die Anschaffung der Funkgeräte für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste müssen die Kommunen zu rund 20 Prozent mitfinanzieren. Diesem Kompromiss war eine scharfe Auseinandersetzung zwischen Kommunen und Staatsregierung vorausgegangen. Der Digitalfunk soll bis spätestens 2012 in ganz Bayern flächendeckend zur Verfügung stehen.