Schongau - Beim Grillen können schlimme Unfälle passieren, Verbrennungen sind oft die Folge. Vor allem, wenn Spiritus benutzt wird. In Schongau hat sich am Dienstagabend ein Drama ereignet.
Ein orangefarbener Rettungshubschrauber, der kurz über Schongau-West kreiste und dann auf einer kleinen Grünfläche an der Johannes-Brahms-Straße landete, ließ die Anwohner erahnen, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Die Schaulustigen sahen dann, wie Notarzt und Sanitäter eine offensichtlich schwer verletzte Person auf einer Bahre in den Hubschrauber trugen.
Was ist geschehen? Laut Mitteilung der Polizei wollte ein 32-jähriger Schongauer am Dienstagabend auf der Terrasse eines Hauses an der Johannes-Brahms-Straße grillen. Dazu goss er Brennspiritus über seinen mit Eierbriketts gefüllten Grill. Das entstandene Gasgemisch verursachte sofort eine heftige Stichflamme, die den Schongauer am Hemd traf, das sofort Feuer fing.
Der Mann flüchtete daraufhin von der Terrasse auf eine nahe Wiese und wälzte sich im Gras, um die Flammen zu ersticken, was ihm auch gelang. Er erlitt aber dennoch Verbrennungen im Bauchbereich, nach Einschätzung des behandelnden Notarztes liegt der Verbrennungsgrad bei rund 20 Prozent. Der Verletzte wurde anschließend vom Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach München-Bogenhausen geflogen.
„Spiritus sollte man beim Grillen am besten überhaupt nicht verwenden“, rät der Schongauer Feuerwehr-Kommandant Michael Benkert. Und er sagt auch, warum: Spiritus verdunstet leicht in der Luft und bildet zusammen mit dieser ein gefährliches Gasgemisch, das unsichtbar ist. So kann es, wenn der Grill entzündet wird, zu einer heftigen Explosion bzw. Stichflamme mit verheerenden Folgen kommen, wie der neuerliche Fall in Schongau gezeigt hat. Meist kommt nach Auskunft von Benkert noch hinzu, dass die betroffenen Personen synthetische Kleidung tragen, die leicht brennbar ist, und dann stehen die Leute da wie „lebendige Fackeln“.
In solchen Fällen heißt es, schnell zu reagieren und die Flammen zu ersticken: Entweder eine Jacke oder Decke drüberschmeißen oder mit Wasser ablöschen, sofern es schnell zur Hand ist.